Diverse Verse

 
     
 

Hier drei Gedichte zum Kennenlernen - drei von rund einhundertfünfunddreißig aus meinen Buch „Vorsicht: Gedichte!“ Verse aus acht Jahrzehnten.

(Die Beispiele werden von Zeit zu Zeit ausgetauscht.

Schauen Sie doch mal wieder rein!)

 

Stumme Liebe

Es liebte Hubert Graf von Quast

von Herzen seinen Quastenflosser.

Wenn der in seinem Glaspalast

die Quasten flosste, das genoss er.

Doch starrte auch der Fisch gebannt

auf den, der ihn so lieb betrachtet.

Drückt eng sich an die nasse Wand,

dass der den stummen Schrei beachtet:

"Ich lieb dich auch!" So stieß der Gast

wie wild durch seine scharfe Zahnung.

Doch hatte davon Graf von Quast

nicht die geringste Ahnung.

Es kann der Mensch nun mal mit Tieren

nur eingeschränkt kommunizieren.

So fiel das Glück vom Quostenflasser

und seinem Grafen still ins Wasser.





Vergebens

"Ich liebe dich", sagte ich dir

mit der Unschuld des Kindes,

das treuherzig schwört.

Du hast meinen Schwur, denk' ich mir,

in den Liedern des Windes

noch lange gehört.

In Mondnächten sah ich dann hier,

an der felsigen Scharte,

dein Schattenriss-Bild.

Ich fragte mich, ob nicht vor mir

nur ein Trugbild mich narrte.

Mein Herz klopfte wild!

Ich wartete, suchte nach dir,

bis mein Sinn sich verwirrte.

Du, Sinn meines Lebens,

in Einsamkeuit leb ich nun hier,

wo mein Sehnen so irrte.

Und lebe vergebens.

(Nachdichtung aus 'Lappland-Lyrik')

 

Lotte von Flandern

Es rankte am Gitter von Palisander

ein blühender, duftender Oleander.

War das ein zierliches Durcheinander,

besucht von Eidechs und Salamander!

Da kam der verliebte Prinz Alexander

und pflückte ein Sträußchen, und reizend band er

die Zweiglein und Blüten fein aneinander,

traf dann Prinzessin Lotte selbander.

Dies sah voll Eifersucht der Leander.

Gleich fand er sich ein: "He, Prinz Alexander,

die Lotte ist mein!" Und zürnend bestand er

darauf, dass der mit den Kreuzrittern wander'.

Vergeblich! Die liebliche Lotte von Flandern

die nahm Alexandern, nicht jenen andern.

Und sprach zu Leandern: "Wenn's Herz will mäandern,

so pflücke ein Sträußchen von Oleandern!"

 

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